Für nur 8.065 Euro abzugeben

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31. Juli 2017 von killesberger

Sie ist sehr häuslich und anhänglich, flink und geräuschlos – die liebliche Mauereidechse, die DER KILLESBERGER neben ihren diversen Schwestern, Brüdern, Kindern seit Jahren im häuslichen Garten unter urigen Steinen wohnen lässt. Nachdem in der nahen Parlerstraße/Am Tazzelwurm eine eigens für Tierchen dieser Gattung auf einem 30.000-qm-Wiesenstück der Feuerbacher Heide für 15.000.000 Euro eine besondere Trümmer- und Schuttlandschaft geschaffen wird, könnte auch dieser possierliche Krieche dort ein neues Zuhause finden. Abzugeben für 8.065 Euro. Das ist der Betrag, der sich ergibt, wenn man die städtische 15-Mio-Euro-Investition für dieses vorbildliche, wenn auch potthässliche Projekt durch die in bester Killesberglage nach Plan umzusiedelnden 1.860 Mauereidechsen teilt. Das muss der kleine schützenswerte Krabbler und Kletterer doch jedem wert sein. (Siehe dazu auch Blog-Kommentar vom 11.07.2017.) Wie DER KILLESBERGER zwischenzeitlich erfuhr, haben sich Verwandte unserer Mauereidechse netterweise auch in den Gärten von Nachbarn angesiedelt.

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5 Kommentare zu “Für nur 8.065 Euro abzugeben

  1. oak sagt:

    in meinem garten witschen hunderttausende euro rum….

  2. Günter Ronowski sagt:

    Das Leben der gemeinen Mauereidechse, veranlaßte die Verantwortlichen in den Amtsstuben flugs eine Trümmerlandschaft für die Bahn zu genehmigen. Zwischen 6.000 – 8.000 EUR/Tier kostet die Umsiedlung der „Kriecher“ – eine stolze Kalkulation, die großen Spielraum für Spekulationen läßt. Der Wohnraum der gemeinen Mauereidechse am Killesberg, hat damit Vorrang gegenüber dem Wohnraum der Spezies Mensch am Killesberg und muß mindestens 30 Jahre eingezäunt unter der Beobachtung von Fachleuten erhalten bleiben. Da es in Stuttgart keine erkennbare Wohnungsnot gibt, gibt es keinen Grund zum Meckern. Man könnte aber auch eine Absicht dabei erkennen die menschlich nachvollziehbar ist, viele einflußreiche Killesberger wollen einfach nur „ruhige“ Nachbarn haben, hüstel…, hüstel…

  3. Dr.Eisele sagt:

    Um zur Versachlichung der Diskussion beizutragen, darf ich Ihnen nachfolgend Auszüge aus einem offiziellen Schreiben der Stadt zusenden. Manchmal ist es halt einfach besser, wenn man sich vorab informiert. Mit besten nachbarschaftlichen Grüßen Dr.Eisele 1.Vorsitzender Bürgerverein Killesberg u.U.

    „Sehr geehrter Herr Dr. Eisele,

    vielen Dank für das freundliche Telefonat. Wie gesagt, war es mir nicht möglich, Sie so kurzfristig bzgl. eines Vor-Ort-Termins zu kontaktieren. Ich denke, durch das Telefongespräch hatten wir trotzdem Gelegenheit, uns zum Thema auszutauschen.

    Wie bereits erwähnt, erfolgt die Umsiedlung der streng geschützten Mauereidechsen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur Vermeidung artenschutzrechtlicher Konflikte und zum Erhalt der Artenvielfalt. Um die Artenvielfalt zu schützen, sollen die in Stuttgart angetroffenen Tiere möglichst innerhalb ihres Verbreitungsgebiets im Raum Stuttgart verbleiben. Dies steht im Einklang mit der umweltfachlichen Bewertung der Landesumweltbehörden.

    Die Umsiedlung der Mauereidechsen auf die nach Einschätzung von Artenschutzexperten dafür gut geeigneten Feuerbacher Heide wird im Rahmen einer Planänderung im Planfeststellungsabschnitt 1.6a („Zuführung Ober- / Untertürkheim“) möglich, nachdem die Landeshauptstadt Stuttgart als Projektpartner von Stuttgart 21 diese Fläche hierfür zur Verfügung gestellt hat. Zunächst sollen auf den Grünflächen Am Tazzelwurm/Parlerstraße rund 360 Mauereidechsen aus dem Bereich der Bahntrasse bei Obertürkheim angesiedelt werden. Die Kosten der Maßnahme trägt die Bahn; die Höhe ist uns nicht bekannt, da es sich bei den Kosten um vertragliche Informationen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer handelt. Die von Ihnen genannten Kosten von 15 Mio. Euro sind ein Gerücht und definitiv zu hoch für diese Maßnahme – das konnte mir die Bahn bestätigen.

    Die Bahn hat seinerzeit folgende Zahlen veröffentlicht: Inklusive Planungen der Maßnahmen, Erstellung von Gutachten, Herrichten von Flächen, Absammeln der Eidechsen, Sicherungs- und Pflegemaßnahmen, ein mehrjähriges Monitoring und Grunderwerb oder Pacht von Ersatzflächen kostet die Umsiedlung einer Eidechse im Bahnprojekt Stuttgart–Ulm zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Eidechsen abzusammeln und umzusiedeln ist ein komplexes Unterfangen, zu dem qualifizierte Fachkräfte benötigt werden. Die Tiere müssen artgerecht umgesiedelt werden. Das ist nicht nur personalintensiv sondern das Absammeln erfolgt mit eigens dafür gefertigten Fallen oder mit einer an einer Rute befestigten Schlinge – damit die Eidechsen nicht verletzt werden und beispielsweise ihren Schwanz abwerfen.

    Die für die Maßnahme zu präparierende städtische Grünfläche an der Parlerstraße/Am Tazzelwurm liegt außerhalb des festgesetzten Landschaftsschutzgebiets. Die Fläche ist zwar jetzt umzäunt – aus Sicherheitsgründen – nach Beendigung der Baumaßnahme soll der Zaun entfernt werden und die Fläche wird wieder zugänglich. Die benachbarten Flächen bleiben unangetastet, sie können weiterhin zum Beispiel als Parkplatz während des Tennisturniers oder auch als Veranstaltungsplatz genutzt werden. Auch die Beweidung durch Schafe ist weiterhin möglich, ebenso wie der tämporäre Zirkus im Rahmen von Schulprojekten.

    ……

    mit freundlichen Grüßen

    Alice Kaiser
    Bürgerbeauftragte der Stadt Stuttgart für Stuttgart 21

    • killesberger sagt:

      Sehr geehrter Herr Dr. Eisele,

      danke für die übermittelte Information von Frau Kaiser und Ihren Kommentar.
      Ich muss nicht „das letzte Wort“ haben, dazu aber doch bemerken dürfen:

      1. Die dazu hier im Blog veröffentlichten Daten und Fakten stammen aus den Website-Infos der Stadt Stuttgart sowie den entspr. Berichten der STUTTGARTER ZEITUNG, STUTTGARTER NACHRICHTEN und der Wochenzeitung DIE ZEIT.

      2. Abgesehen von den in Frau Kaisers Mitteilung deutlich niedriger bezifferten oder noch nicht bezifferbaren Kosten, bleibt die für nicht wenige Killesberger und mich entscheidende Tatsache, dass aus einem sattgrünen Wiesenstück in unmittelbarer, sehr schöner Nachbarschaft eine umgegrabene, mit Steinhalden versehene Landschaft wurde.

      3. Diesen, zugegeben subjektiven visuellen Eindruck „zu versachlichen“, fällt sicher nicht nur mir schwer.

      Mit besten Wünschen für ein angenehmes Wochenende:

      Hans H. Greuter

      • Dr.Eisele sagt:

        Lieber Herr Greuter,
        zu 1: nicht alles, was in der Zeitung steht, muss so auch richtig sein. Vielleicht betreffen die 15 Mio € ja die Umsiedelung aller Eidechsen von Stuttgart bis nach Ulm.
        zu 2: Nach jedem Neubau sieht ein Garten trostlos aus. Geben wir der Natur doch 1 Jahr Zeit bis die Hügel alle wieder mit Gras bewachsen sind.
        Mit besten nachbarschaftlichen Grüßen
        Dr.Klaus Eisele

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