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21. Februar 2017 von killesberger

bildschirmfoto-2017-02-21-um-22-40-28Alle, die sich jetzt wieder ärgern oder gar aufregen – wie schon geschehen –, dass hier „so viel über Flüchtlinge steht“, sollten schnell wegklicken. Alle anderen vielleicht nachdenken, ob es nicht an der Zeit sein könnte, gegen eine Behördenentscheidung zu demonstrieren, die nicht nur unmenschlich ist, sondern auch im Wortsinne lebensgefährlich für die Betroffenen sein kann. Als ehrenamtliches Mitglied des FREUNDESKREIS KILLESBERG ebenso wie als Initiator und Autor der sporadisch erscheinenden Zeitung RED – REFUGEES EXPERIENCES DREAMS habe ich zahlreiche Geflohene der DRK-Unterkunft an der „Roten Wand“ am Killesberg kennengelernt. Auch Menschen aus Afghanistan, über deren private und berufliche Vergangenheit, ihren Fluchtweg und ihre Hoffnungen ich mit ihnen gesprochen und sie darüber berichten habe lassen: Junge gebildete Männer genauso wie Familien mit Kindern. Keinem dieser Afghanen wünsche ich die Abschiebung in ihr keineswegs „sicheres Herkunftsland“. Auch der amtliche Euphemismus „Rückführung“ kann nicht verschleiern, dass es in Afghanistan nach wie vor Angriffe, Anschläge, Attentate gibt. Und die Bevölkerung – ob in der Hauptstadt Kabul oder einem Dorf – immer noch in Angst vor den Taliban-Terroristen lebt. Doch nicht nur das: Auch Bildung, Frauenrechte, Meinungsfreiheit und Lebensstil sind hier absolut nicht gesichert.

Ich plädiere nicht dafür, erheblich und per Gerichtsurteil nachweisbar straffällig gewordene Flüchtlinge, gleich welcher Nation, bei uns dauerhaft aufzunehmen. Aber ich bin entschieden dagegen, unbescholtene Menschen, die mehr als 5.000 beschwerliche Kilometer auf sich genommen haben, nach eventuell zweifelhaften Befragungen und vielleicht noch kritikwürdigeren Entscheidungen per Federstrich zwangsweise wieder in das Land zu verfrachten, das sie kaum leichtfertig verlassen haben. Nicht, um hier in Saus und Braus zu leben. Nur in Sicherheit.

Tausende Stuttgarter haben gegen einen unterirdischen Bahnhof demonstriert; sie könnten auch gegen eine unterirdische, dem Populismus geschuldete Polit-Praxis demonstrieren. Eine Praxis, die sicher auch da und dort Applaus erhält. Von wem wohl?

Lesen Sie doch mal die Geschichte der afghanischen Familie Safarmohammad aus RED 17/01 und fragen Sie sich, ob Sie diese inzwischen passabel deutsch sprechende Familie mit ihren fünf Kindern ins Flugzeug nach Kabul gesetzt hätten.

Hans H. Greuter

Abb.oben: facebook-Post 21.02.2017 – Abb.unten: RED 17/01, Seite 1

red-1701-s-1

 

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