Maria und Josef treffen Maryam und Yusef

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20. Dezember 2016 von killesberger

hhg20121600Es war ein ganz besonders Türchen, das sich heute zum „Lebendigen Adventskalender“ der Evangelischen Nordgemeinde öffnete. Einerseits war es der Tag nach dem schrecklichen Attentat in Berlin, bei dem 12 Menschen ermordet wurden und 48 zum Teil schwer verletzt. An diesem Tag gedenkt sicher jeder zuerst der Opfer und ihrer Angehörigen. Man denkt aber auch an den oder die Täter, die ein so grausames Verbrechen begehen; unabhängig von ihren Motiven und ihrer Herkunft. Über beides herrscht derzeit noch Unklarheit. Klar dagegen ist für viele von uns aber auch, dass wir weder dem Hass noch der Angst den Platz einräumen dürfen, den die Täter oder deren Hintermänner sich von ihren Verbrechen erhoffen. Und dass wir keinen unserer ausländischen Mitmenschen dafür in Mithaftung nehmen dürfen. Auch dann nicht, wenn sich herausstellt, dass die Täter aus dem selben geografischen Areal stammen, vielleicht sogar hier als Flüchtlinge Unterschlupf fanden. Erst recht darf die barbarische Tat von Berlin kein Anlass zu Generalverdacht gegen und Pauschalurteil über völlig unbeteiligte Menschen gleicher Herkunft verleiten. Menschen, die oft gerade vor diesen blindwütigen Killertypen aus ihrer Heimat zu uns geflohen sind.

Andererseits war dieser Tag ein besonderer für unsere Nachbarinnen und Nachbarn auf Zeit, den Bewohnern der DRK-Unterkunft an der „Roten Wand“. Mit den Gedanken an das gestrige Geschehen trafen sie sich heute Abend auf dem Vorplatz zu den Containern an der Landenbergerstraße mit zahlreichen Killesbergern und Ehrenamtlichen des FREUNDESKREIS KILLESBERG, um ein weiteres Türchen dieses Advents, aber auch ihres Herzens zu öffnen. In einer kleinen Feierstunde spielte Pfarrer Karl-Eugen Fischer mit wunderschön geschnitzten Puppen und Accessoires frei und nicht ganz predigternst die Weihnachtsgeschichte nach. Der Syrer Mazen Alnouri erzählte anschließend die wohl älteste Fluchtgeschichte von Maryam und Yusef, von Jesus und Herodes auf Arabisch. Die Freude der Kinder zwischen 2 und 17 Jahren bei der anschließenden Bescherung brauchte keine Übersetzung. (Das Verlesen mancher Namen war schon Zungenakrobatik genug.) Ein Blick in die Gesichter der kleinen und größeren Kleinen reichte schon. Um zu erkennen, dass ein solches Zusammensein zwar keinen Horror ungeschehen und unvergessen machen, aber doch ein strahlendes Licht dagegen setzen kann. Das der Liebe und Nächstenliebe, wenn auch nur auf ein paar Quadratmetern, unter rund 100 Nachbarinnen und Nachbarn. Jedoch, ganz schwäbisch, nicht ohne ein paar Plätzchen, reichlich Obst, Nüssen … Und den einen oder anderen Becher Punsch. Gegen die Kälte draußen. Vielleicht auch durch unsere Gedanken gegen die drinnen.

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Ein Kommentar zu “Maria und Josef treffen Maryam und Yusef

  1. jd sagt:

    Eine schöne Adventszeit, besinnliche Weihnachten und Alles Gute für 2017,–Gottes Segen, Weisheit und Beistand–
    wünscht Jürgen Dais -JUIS MAY
    aus Aspach

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