Applaus für Alnouri

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12. Dezember 2016 von killesberger

hhg12121601Mazen Alnouri, Apotheker und Anästhesie-Assistent aus Syrien und seit Juni dieses Jahres mit seiner Frau und seinen vier Kindern Bewohner in den DRK-Containern an der Landenbergerstraße, war einer der fünf Teilnehmer einer sehr lebendigen Podiumsdiskussion, die heute Abend im Saal T4 im Theaterhaus stattfand. Begrüßt, verabschiedet und mit je einem besonders ausgewählten Buch beschenkt wurden die Diskutanten von Petra Bewer, moderiert hat der Journalist Dr. Michael Zeiß. So kompetente wie prominente Diskussionsteilnehmerin war Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe; neben ihr auf dem Podium die in ihren Arbeits- und Erfahrungsfeldern nicht weniger kompetenten Danijela Utjesanovic (Leiterin einer AWO-Flüchtlingsunterkunft) und Christa Cheval-Saur (ehrenamtliche Helferin im Freundeskreis-Flüchtlinge-Feuerbach). Und als direkt Betroffener – außer Alnouri – ein junger afghanischer Informatikstudent. Ihr gemeinsames Thema: „Mittendrin – Flüchtlinge bei uns“.

In der äußerst lebendigen, teilweise kontroversen, mehr als zweistündigen Diskussion mit anschließender Beteiligung einiger der über 100 Zuhörer wurde der thematische Bogen von Merkels umstrittenem „Wir schaffen das!“ bis zur Beteiligung der deutschen Waffenindustrie an den vielfältigen Fluchtursachen gespannt. Angst vor und Widerstand gegen die AfD, weltweite Hungersnot und Stuttgarter Wohnungsnot, die so genannten „sicheren Herkunftsländer“ und die Notwendigkeit eines Einwanderungsgesetzes waren ebenso heftig diskutierte Einzelaspekte. Bärbel Dieckmann wies darauf hin, dass „die Menschen nicht freiwillig“ ihre Heimat verlassen, Christa Cheval-Saur interpretiert Merkels Bekenntnis lieber in „Wir machen das!“ und Danijela Utjesanovic betonte, dass zu den von ihr meist gebrauchten Worten gegenüber den betreuten Flüchtlingen „morgen“ und „warten“ gehörten. Der syrische Flüchtling Mazen Alnouri beklagte in bewundernswert gutem Deutsch die Unklarheit der Gesetze und Verfügungen. Auf die Frage des Moderators, ob er denn bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland Angst gehabt habe, sagte Alnouri: „Angst? Das ist normal.“ Für die Gleichheit aller Menschen plädierte der ebenfalls bereits sehr gut deutsch sprechende afghanische Student, der sich wünscht, hier sein Studium fortsetzen zu können. Und unser sympathischer Nachbar Mazen Alnouri hat das Ziel, noch besser unsere Sprache zu sprechen und hier in seinem Beruf als Apotheker arbeiten zu können. Viel Erfolg bei beidem wünscht ihm DER KILLESBERGER.

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