Lächeln, Lieder, Linsensuppe

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30. Juni 2016 von killesberger

HHG30061600Es war ein Abend voller Lächeln, poetischer, poppiger und orientalischer Lieder sowie kleiner, großartiger kulinarischer Genüsse – ein Abend „Von Mensch zu Mensch“ wie es der Flyer des FREUNDESKREIS KILLESBERG ankündigte. Impulsgeber Issam Karim (Café-Bar 1/1 und Pizza-Bar), die Gastgeber Petra Dais und Karl-Eugen Fischer (Brenzkirche) sowie Bärbel Mohrmann (Evangelische Nordgemeinde Stuttgart) haben mit zahlreichen Freundeskreis-Ehrenamtlichen diesem erlebens- und sehenswerten Event den festlichen Rahmen gegeben, etwa 300 Besucher haben ihn mit großer Begeisterung und viel Applaus ausgefüllt.

Wieder einmal wurde die nachbarschaftliche Brenzkirche zur voll besetzten Treffkirche. Und wieder einmal schufen Dais und Fischer dort eine Bühne für die Kunst – die der Plakatgestaltung durch junge Stuttgarter Immigranten, Prof. Patrick Thomas und seine Studierenden der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste sowie Issam Karim. Als Initiator lieferte er das Thema für die Vernissage „PlakART“: „Freundschaft entwerfen“. Junge Asylsuchende gestalteten unter professioneller Anleitung mit Aka-Studis kleine plakative Kunstwerke, die eine Längsseite der Kirche schmückten. Und im Foyer als Postkartensatz zu kaufen waren. Doch Issam Karim, der Killesberg-Gastronom, war heute Abend auch talentierter Moderator einer dreistündigen „Show“ und ist einer der Köpfe & Hände des FREUNDESKREIS KILLESBERG.

Die von Fischer und Mohrmann Ende 2015 begründete Initiative mit inzwischen fast 300 Ehrenamtlichen nutzte diesen unterhaltsamen, informativen und gleichzeitig nachdenklich machenden Event als Plattform, um mit weiteren Interessenten ins Gespräch zu kommen und für deren Beteiligung zu werben. Denn die zweite „Kunst“ war die der Gewinnung von „good will“, Akzeptanz, Verständnis und möglichst Engagement der interessierten Nachbarinnen und Nachbarn. Engagement für eine „Kunst“, die am Killesberg erfunden worden sein könnte: Nächstenliebe. Nicht mit frommen Worten und Eideidei. Sondern zielgerichtet, pragmatisch, konkret hilfreich. Für unsere neuen Nachbarn an der „Roten Wand“.

Etliche von ihnen tauschten denn auch die kuscheligen Container gegen die nicht weniger wohlig-warme Brenzkirche. Und erlebten zusammen mit den Killesbergern unter anderem die engelsgleiche Stimme der jungen Sängerin Maja Iris Merz, die ihre feinfühligen, wenn auch manchmal zu feinstimmigen Lieder mit sanften Gitarrenklängen begleitete. Dem US-Idol Justin Bieber versuchte der sympathische Sänger Keith Williams die Fans abspenstig zu machen, doch der absolute Höhepunkt des Unterhaltungsteils war zweifellos der Auftritt von Aeham Ahmad am Klavier und seinem Partner, der ihn mit Gesang und Violine unterstützte. Kaum einer der einheimischen Besucher wird verstanden haben, was die beiden in Arabisch sangen, aber kaum einen werden die fremden Laute unberührt gelassen haben. So wenig wie das Schicksal Ahmads, dessen Frau und zwei kleine Söhne (2 und 4 Jahre) in einem syrischen Lager auf das Amtssprachenwunder „Familienzusammenführung“ warten.

Nicht weniger bewegend, aber mit vorläufigem Happy End, zeigte sich „Imars Weg zu uns“, die Filmdokumentation über die Flucht einer syrischen Familie mit drei kleinen Kindern. Imar, seine Frau und die drei Zwerge waren anwesend und bedankten sich für die Unterstützung. Issam Karim hatte dem Mann eine Lehrstelle als Elektriker besorgt, so dass sich die Zukunft der Familie positiv gestalten kann, wenn St. Bürokratius hilft.

Ein positives feedback der Kunst der Plakatgestaltung und des Kartenverkaufs konnte Felicitas von Hülsen für den Olgäle-Förderkreis verbuchen; in Form einer Spende von 600 Euro, mit denen die ausländischen Neustuttgarter ein wenig von dem zurückgeben wollen, das sie hier an Zuwendung empfangen.

Dass bei all dem die Kunst, zu lächeln, zu lachen und lustig zu sein auch ihren nicht geringen Platz hat, zeigte sich von 18 bis etwa 22 Uhr eindrücklich zwischen Pizzabrot und Linsensuppe, Wasser und Wein, Zuhören und Zureden. Vor und hinter den Kulissen bewiesen etliche fleißige Helferinnen und Helfer, was man auf die Beine stellen kann, wenn Kopf und Herz Regie führen. Und Linsensuppe Lächeln lernt.

Den syrisch-palästinensischen Pianisten können Sie hier noch einmal erleben: www.aeham-ahmad.com

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Ein Kommentar zu “Lächeln, Lieder, Linsensuppe

  1. ahmadqaq sagt:

    Es war sehr schön fest, Herzlichen Dank .

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