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14. Juni 2016 von killesberger

HHG14061601Da sind sie nun, die ersten Flüchtlinge aus Nahost und Afrika in Nahnord. Wo früher am P8 Felsbrocken den Weg versperrten, mögen jetzt einige Steine von den Herzen der neuen Container-Bewohner fallen. Nach langer, nicht leichter Reise aus den Heimatländern bis zur Notaufnahme – in der Turnhalle der Friedensschule in Stuttgart West – und jetzt hierher, ist dieser Umzug ein weiterer Schritt zur Erfüllung des ganz normalen Wunsches nach einem friedvollen, sicheren Leben in Deutschland. DER KILLESBERGER durfte sich am Ankunftstag umsehen und ein paar Eindrücke sammeln. Den eingetroffenen Menschen bei aller Unterschiedlichkeit in Herkunft und Kultur, Sprache und Religion gemeinsam: die Hoffnung auf Asyl. Gewähren wir es ihnen wenigstens in unseren Köpfen und Herzen.

Wer gläubiger Muslim oder Muslimin ist, hat jetzt Hunger. Oder vor 05.17 Uhr schon gefrühstückt und muss 16 Stunden bis 21.29 Uhr warten, bis er wieder etwas zu sich nehmen darf. Es ist Ramadan, und die Religion schreibt – außer Alten, Kranken, Kindern und Schwangeren – vor, nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang weder zu trinken noch zu essen. Ein hartes Brot, gerade an einem Tag, wo es heißt, die wenigen Habseligkeiten im bisherigen Quartier zu packen und auf den Killesberg zu ziehen. Nicht alle folgen diesem strengen Gebot, doch alle, die hier heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein einzeln oder in Grüppchen ankommen, machen einen fröhlichen, zufriedenen Eindruck. Viele von ihnen sind schon ein Dreivierteljahr in Stuttgart, sprechen und verstehen etwas Deutsch oder sind schon so schwäbisch, dass sie einen Kehrbesen mitbringen. Sind um 9 Uhr morgens noch fast mehr Helferinnen und Helfer des FREUNDESKREIS KILLESBERG zur Stelle als Neubewohner, füllt sich der Platz im Laufe der nächsten Stunden zunehmend. Es wuselt und schafft an allen Ecken und Enden: Da werden Transporter abgeladen, Tische und Bänke aufgebaut, gedeckt und dekoriert, Kaffee gebracht – nur die Becher fehlen – und die ersten Kontakte geknüpft. „Wo kommsch ’n her?“ oder „Where do you come from?“ Egal, willkommen am Killesberg.

80 der Neuankömmlinge stammen aus Syrien, die anderen aus dem Irak, Afghanistan und Iran, Gambia, Eritrea und Kamerun, Togo, Gabun und Südafrika. Ein Blick auf den Globus zeigt, welche Wege hinter den Menschen liegen. Informationen über die politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse in diesen Ländern machen klar, wie groß Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der Geflohenen sein müssen, die seelischen und körperlichen Strapazen einer Flucht ins Ungewisse auf sich zu nehmen.

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