Über jüdisches Leben

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8. Mai 2016 von killesberger

bergerMit Gedenkfeiern und -reden, Schweigeminuten und Erinnerungen, Trauer und Tränen wurde am Donnerstag, 5. Mai 2016 in Israel an die 6 Millionen in der Nazizeit von Deutschen ermordeten Juden gedacht. Einige sehr betagte überlebende Opfer der Grausamkeiten dieser Zeit und ihre Angehörigen besuchten die Stätten der Erniedrigung und Qual wie das größte Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im heutigen Polen.

Gerade in einer Zeit, in der es – nicht nur in Deutschland – ein Risiko sein kann, sich als Jude zu „outen“, in der Synagogen, jüdische Einrichtungen und Geschäfte von Polizei beschützt werden müssen, ist es wichtig, sich dieser Verbrechen zu erinnern. Aber auch durch Haltung und Handlung mit dazu beizutragen, auch nur den geringsten Ansatz möglicher Wiederholungen gegen Andersgläubige zu verhindern. Gerade nach 1945 sollte in Deutschland jeder glauben dürfen, was er oder sie will. Nicht nur, weil es so in Artikel 4 des Grundgesetzes steht. Vor allem, weil es die Menschlichkeit gebietet. Was für Christen und Juden und ebenso für Muslime, Buddhisten, Hinduisten … für jede Religion zu gelten hat. Sofern sie den Glauben anderer ebenso respektiert und nicht zur Staatsdoktrin wird. Eine der besten Voraussetzungen für diese Toleranz ist Wissen über den anderen. Zum Beispiel das Wissen über Religion und Rituale des Judentums.

Religiöse Handlungen bestimmen das Leben des praktizierenden Juden. Manche sind der Allgemeinheit bekannt; so tragen gesetzestreue jüdische Männer beispielweise ständig einen Hut. Für die meisten jüdischen Bräuche gibt es Erklärungen, mitunter auch rationaler Art. Beispielsweise waren zahlreiche Bestimmungen, die die Hygiene betreffen, ihrer Zeit weit voraus. Anhand verschiedener Beispiele aus dem jüdischen Fest- und Alltag wird Dr. Joel Berger in die spannende jüdische Ritualwelt einführen: Donnerstag, 12. Mai 2016, 19 Uhr, Augustinum am Killesberg. Eintritt: 6 Euro, 8 Euro (Gäste)

Berger wurde 1937 in Budapest geboren und emigrierte 1968 nach Deutschland. Seither war er als Rabbiner in Düsseldorf, Göteborg, Bremen, und zuletzt als württembergischer Landesrabbiner in Stuttgart tätig. Er ist Hochschuldozent am Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen. Als Autor zahlreicher Arbeiten über jüdische Geschichte und Volkskultur erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Im Februar 2016 wurde ihm für seine Verdienste im interreligiösen Dialog das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Foto: Burkhard Riegels

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