Warum flüchten die eigentlich?

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14. April 2016 von killesberger

800px-UNOfficeofHumanitarianCoordinator-Baghdad_(UN_DF-SD-04-02188)Die fast 300 Flüchtlinge, die nach aktuellen Informationen erst ab Juni 2016 in Containern an der Roten Wand untergebracht werden sollen, kommen nach bisherigem Kenntnisstand aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan, Eritrea und Nigeria. Aber warum kommen die eigentlich? Aus traurigen Gründen:

In Syrien ist seit langem Krieg. Diktator Assad bekämpft Aufständische, der so genannte Islamische Staat IS bekämpft alle, russische Bomber sollten den IS bombardieren und haben Assad-Gegner gleich mit angegriffen, US-Bomber treffen Assads Truppen, aber auch mal andere, türkische Streitkräfte wollen IS und Assads Soldaten treffen und zielen auf kurdische Freiheitskämpfer. Das Ergebnis: Tote, Verletzte, Ruinen.

In Afghanistan sind seit Jahrzehnten Engländer, Russen, US-Truppen und die Bundeswehr an Taliban-Kämpfern und lokalen War Lords gescheitert.

Im Irak wurde zwar Saddam Hussein von US-Truppen gefangen, aber danach kein Frieden des weitgehend zerstörten Landes erzielt. Auch, weil sich die islamischen Gegner Schiiten und Sunniten weiterhin heftigst bekriegen.

Im Iran herrschen heute wieder und noch die strengen Religionsführer, die trotz partieller Lockerung Individualität und Freiheit unterdrücken.

In Pakistan werden ebenfalls die Einflüsse streng islamischer Gruppen zunehmend stärker und Attentate häufiger.

Im ostafrikanischen Eritrea herrscht eine demokratisch verbrämte Diktatur mit zunehmend stärkerem sunnitischen, also islamischen, Einfluss.

Auch im westafrikanischen Nigeria gibt es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen dem muslemischen Norden und dem überwiegend christlichen Süden.

Möchten Sie mit Ihrer Familie in einem dieser Länder leben? Wollen Sie zu einer staatlich verordneten Religion gezwungen werden? Wollen Sie, dass Sie als Frau oder als Mann Ihre Frau, Ihre Tochter nur verschleiert aus dem Haus dürfen? Ihre Tochter als Kind nicht zur Schule darf oder mit Zwang verheiratet wird? Und: Wollen Sie in einer Ruine leben, hungern und dürsten, vor Bomben aus Fliegern oder vor Attentätern Angst haben, nicht leben, sehen, sagen und hören dürfen, wie und was Sie wollen? Alle diese Menschen lieben ihre Heimat wie wir unsere, sind verbunden mit ihrer Kultur, ihrer Sprache, ihren Freunden und Nachbarn. Und flüchten dennoch, übers Meer und durch Matsch, gebremst von Stacheldraht, stechenden Blicken und bohrenden Fragen. In eine für sie fremde, aber heile Welt – nach Europa, nach Deutschland, nach Stuttgart. Knapp 300 von ihnen leben bald auch am Killesberg. In Containern. Nicht wie schöner wohnen, nur wie angstfrei leben. Gönnen wir es Ihnen. Oder nicht?

Foto: Wikipedia/Wikimedia Commons, US Air Force

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