„Kein Konfliktpotential“

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6. April 2016 von killesberger

HHG06041601Wieder einmal war das Augustinum am Killesberg sehr gut besuchter Veranstaltungsort für fast tout Killesberg. Etwa 260 interessierte Nachbarinnen und Nachbarn folgten der Einladung von Dr. Klaus Eisele vom Bürgerverein Killesberg, der zu einem Podiumsgespräch mit Dr. Martin Schairer, Ordnungs-Bürgermeister und Anwohner, und Polizeidirektor Volker Weinstock, Leiter des Reviers Wolframstraße, eingeladen hatte. Im Publikum: Killesberger, überwiegend älter, aber – so konnte man es der Mehrheit der anschließenden Meinungsäußerungen entnehmen – nicht unbedingt überwiegend ängstlich. Trotz der gleich zu Beginn lautstark vernehmbaren Aussage einer Dame, die sich wegen der alkoholisierten Jugendlichen nicht mehr aus dem Haus traut, den Müll beklagt und auch die Flüchtlinge eher skeptisch sieht.

Themen des Abends waren der Höhenpark, die Aussichtspunkte und die Flüchtlingsunterbringung. 10 Tage nach dem Osterhasen hoppelte nur selten der Angsthase durchs Auditorium, was vor allem an den klaren, faktenorientierten Ausführungen von Dr. Schairer wie auch Polizeidirektor Weinstock lag.

Dr. Eisele, der die einführenden Worte sprach, strukturierte den Abend in vier Fragenkomplexe: 1. Versuchte oder begangene Wohnungseinbrüche und Diebstähle, 2. Vandalismus und Saufgelage, 3. Flüchtlingsunterkunft am P8 und 4. Präventives Sicherheitsmanagement von Stadt und SSB.

Weinstock verwies beim Thema Einbruch auf die in seinem sehr großen Revierbereich rückläufige Gesamtzahl, die dem Rückgang am Killesberg von 74 Einbrüchen 2014 auf 49 Delikte 2015 entsprach. Täter seien überwiegend reisende Gruppen, der beste Schutz Aufmerksamkeit und bei Verdacht 110. Insgesamt sei „die Sicherheitslage sehr gut“. Die Attraktivität des Höhenparks wie der diversen Aussichtspunkte und der nahen Disco bergen zwar fallweise ihre Schattenseiten durch angetrunkene, pöbelnde oder randalierende Jugendliche, viele von ihnen kommen allerdings – so Dr. Schairer und Weinstock – aus der direkten Nachbarschaft. Beruhigend hingegen zum Thema Kifffen & Co. die Experten-Feststellung: „Es gibt keine Drogenhölle auf dem Killesberg.“ Weinstock verwies auf die immer wieder in Erscheinung tretende Diskrepanz zwischen „objektiver und subjektiver Sicherheitslage“. Mehrfach beklagt wurde von Nachbarn zum Beispiel die vermeintlich schlechte Beleuchtung der Grünen Fuge und die seltene Sichtbarkeit von Fußstreifen.

In einer gerafften Zusammenfassung drückte Dr. Eisele seine Verwunderung darüber aus, dass er auf ein Schreiben des Bürgervereins an OB Kuhn und BM Föll mit Vorschlägen zum Thema Flüchtlinge Am Kochenhof keine Antwort erhalten habe.  Dr. Eisele bemerkte, dass er den FREUNDESKREIS KILLESBERG und dessen Engagement sehr begrüße und auch einige Mitglieder seines Vereins diesem ehrenamtlichen Gremium angehörten.

Wie Dr. Schairer ausführte, werde sich aufgrund von Lieferproblemen des Containerherstellers der Einzug der Neunachbarn bis etwa Juni d.J. verzögern. Erwartet würden 72% Familien und 28% Alleinstehende. Dennoch werde am ursprünglichen Bauziel festgehalten, obwohl sich der Beginn auf Frühjahr 2018 verschieben könne. Auch Dr. Schairer begrüßte das Engagement des FREUNDESKREISES KILLESBERG und die generelle Gastfreundschaft der Stuttgarter und sagte: „Wir sehen kein Konfliktpotential für den Killesberg.“

Einen Hauch Konfliktpotential brachte bei den anschließenden Wortmeldungen ein leicht erregter Zuhörer ein, der dann doch mit recht rüdem Ton versuchte, die Angstkeule zu schwingen und einen Wachdienst für das Flüchtlingsquartier forderte. Wer da wen warum bewachen und vor wem beschützen sollte, konnte er – echauffiert wie er war – allerdings nicht mehr vortragen. Im Gegensatz dazu trugen zahlreiche Anwohner der Killesberghöhe und die Centermanagerin des Stadtquartiers – einem Privatgelände mit öffentlichem Durchgangsrecht – ihre konkreten, auf leidvollen Erfahrungen basierenden Klagen über Pöbeln, Pinkeln, Müll vor und forderten deutlich mehr sichtbare Polizeipräsenz; vor allem zu den Schwerpunktzeiten am frühen und späteren Abend. Während einer der Nachbarn sogar für Regen und Kälte betet, befürchtet eine Dame, sie habe das Gefühl, dass erst Blut fließen muss. 

Gut, dass Polizeidirektor Weinstock bei all der dann doch ausbrechenden, mit viel Applaus bedachten Aufregung ruhig Blut bewahrte und davor warnte, als Privat-Sheriff zu agieren. Bezirksvorsteherin Sabine Mezger wies darauf hin, dass der Höhenpark schon vor langer Zeit ein kleiner Krisenherd war, die Müllbeseitigung dort als hoher Kostenfaktor zu Buche schlage und die Beschwerden der Anwohner auch ein Anliegen des Bezirksbeirats seien, der sich ebenfalls für mehr Polizeipräsenz einsetzt. Um 21 Uhr war die Veranstaltung beendet, während im Foyer des Augustinum und vor dem Haus noch der eine oder andere Aufreger ausgetauscht wurde.

HHG06041602

 

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