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20. November 2015 von killesberger

HHG201115Es war eine Informationsveranstaltung der CDU Stuttgart-Nord „zur Flüchtlingssituation“ im Stadtbezirk. Es wurde ein Bekenntnis zum Pragmatismus und zur gezielten gemeinsamen Bewältigung einer nicht geringen Aufgabe: Das Treffen von weit mehr als 100 Bürgern in der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste am heutigen Abend. Gastgeberin Anette C. Braun (Vorsitzende CDU Stuttgart-Nord), Bezirksvorsteherin Sabine Mezger, Betreuungsstadtrat Dr. Klaus Nopper, Guenter Gerstenberger (Sozialamt Stadt Stuttgart) und Erster Polizeihauptkommissar Ralf Perrey (stellvertretender Revierleiter Wolframstraße) erläuterten das Thema aus ihrer jeweiligen Kenntnis. Und sie gaben Antworten auf zahlreiche Fragen aus dem Auditorium. Gezeigt und zu Wort gemeldet haben sich viele der in und für Stuttgart Nord und am Killesberg engagierten Bürger wie Dr. Donate Kluxen-Pyta (CDU-Landtagskandidatin und Nachbarin), Petra von Olschowski (Rektorin Staatliche Akademie der Bildenden Künste), Stadtrat Andreas G. Winter (Fraktionsvorsitzender DIE GRÜNEN), Pfarrer Karl-Eugen Fischer, Dr. Klaus Eisele (Bürgerverein Killesberg e.V.), Wolfgang Rolli und viele andere.

„Was ist?“, „Was kommt?“, „Wie können wir das Beste daraus machen?“ Mit diesen Kernfragen umriss Anette C. Braun Ziel und Themen der Veranstaltung. Während Sabine Mezger einen konzentrierten Überblick über die aktuellen Daten und Fakten der Flüchtlingsunterbringung in der Stadt und ihrem Stadtbezirk gab, erläuterte Dr. Nopper die wesentlichen Strukturen und Abläufe des Szenarios in Baden-Württemberg und Stuttgart nach dem Konzept dezentraler Unterbringung.

Die Fakten für die „Rote Wand“, so Sabine Mezger für ihren 26.000-Einwohner-Stadtbezirk: 294 Flüchtlinge, 5 eingeschossige Container ab März/April 2016 bis zum Beginn der Wohnbebauung Mitte 2017. Noch nicht entschieden ist der Träger der Einrichtung, der von Institutionen, Firmen und Personen unterstützt wird, von denen schon etliche ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Hilfe angekündigt haben.

Sozialexperte Gerstenberger stellte klar, dass an der „Roten Wand“ Menschen mit hoher Bleiberechtspespektive untergebracht werden: Aus Syrien, Afghanistan, Irak und Eritrea; 50% Familien, 50% Alleinstehende (davon 90% männlich, 10% weiblich). Die Pflicht zum Aufenthalt dort: 24 Monate, dann steht die persönliche Wohnungssuche an.

1. Polizeihauptkommissar Perrey plädierte dafür, enge Verbindungen mit den vielfältigen Institutionen im Stadtteil zu knüpfen und den Austausch zu pflegen. Er konnte aus seiner Berufspraxis bestätigen, was zuvor schon Dr. Nopper betont hat: Die Erfahrung zeigt, dass es strafrechtlich keine Auffälligkeiten gibt. Polizist Perrey bezog sich auf den Angst-Artikel der StN/StZ vom 18. 11. 2015 und sagte: Es passiert fast nix. Das Alarmierendste aus seiner profunden Kenntnis des Flüchtlingsverhaltens in der Tunzhofer Straße und anderen Einrichtungen, so Perrey, betrifft die Feuerwehr – durch ausgelöste Brandmelder, die dann lediglich heftige Raucher melden. Diebstähle und Ladendiebstähle weisen verschwindend geringe Zahlen auf, Körperverletzungen ergeben sich allenfalls bei internen Schlägereien wegen Nichtigkeiten.

In der abschließenden Fragestunde wurden die Unterrichtung der Flüchtlingskinder, die Notwendigkeit des Mitengagements muslimischer Gruppen des Stadtbezirks, die Organisationsmängel bei der Unterstützung freiwilliger Deutschlehrer, die Unterstützung durch die Brenzkirche und ihre sozialen Kontakte und die Notwendigkeit des Internetzugangs für die Flüchtlinge zur Kommunikation mit der Heimat erwähnt.

Noch vor Ende der Veranstaltung, kurz nach 20 Uhr, formulierte Wolfgang Rolli einen Satz, der Schlusssatz des Abends hätte sein können: Ich freue mich und wir schaffen das! Dass diesen Optimismus nicht jeder teilt, hörte DER KILLESBERGER auf dem Weg zum Aka-Parkplatz von einer älteren Dame: Gut, dass mir ä Alarmaalaag hent. „Hälinge“, jedoch nicht öffentlich, sondern danach in kleinen Tuschelgrüppchen, äußerten sich auch wenige andere Kritiker. Vielleicht aus Angst vor der Dunkelheit dieses Novemberabends, der dennoch sehr erhellend war.

 

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