Wer hat Angst vorm fremden Mann?

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18. November 2015 von killesberger

Copyright HHG 2014In einem Artikel des Innenstadtteils der STUTTGARTER NACHRICHTEN/STUTTGARTER ZEITUNG wird heute auf fast einer halben Seite den Kritikern und Gegnern der Flüchtlingsunterbringung am Killesberg sehr viel Raum gegeben, um ihre Ängste zu postulieren. Das ist im Sinne der Meinungsfreiheit und -vielfalt begrüßenswert, im Sinne objektiver Betrachtung eines ohnehin emotionsgeladenen Themas eher fragwürdig. Weil hier vor der für Freitag, 20. 11. 2015 angekündigten Informationsveranstaltung Desinformationen verbreitet werden. Und Statements von „etwa 20“ so genannten Nachbarn, die ihren Namen mit einer Alias-Burka verhüllen. Um mitzuteilen, dass die „Frau im Dunkeln nicht mehr durch den Park gehen wird“ oder dass die Unterkunft zu einem „Männerwohnheim“ wird etc. Einzig Klaus Nopper, CDU, Betreuungsstadtrat für Stuttgart Nord, sagt in dem betreffenden Artikel: „Es darf nichts verschwiegen werden – aber auch die positiven Wahrheiten nicht.“

Zu denen gehört, dass lt. BKA die Kriminalitätsrate bei Migranten nicht höher ist als bei Deutschen, Diebstähle, Sexualdelikte und anderes keine syrische Erfindung sind, und Nahostflüchtlinge bisher keine Häuser deutscher Bürger angezündet haben. Sondern umgekehrt. Zu diesen und vielen anderen positiven Wahrheiten gehört auch, dass Herr und Frau Nießen ebenso wie Herr und Frau Stockmüller vielleicht einmal dankbar sind, wenn ihnen eine syrische Altenpflegerin die Windel oder ein afghanischer Automechaniker nur die Reifen wechselt … Natürlich ist nicht jeder Flüchtling ein hochqualifizierter Akademiker oder lernwilliger Facharbeiter. Aber alle sind Menschen. Wie Sie, Herr Nießen und Herr Stockmüller. Mit dem gravierenden Unterschied, dass diese Menschen ihre Heimat verlassen mussten und oft genug auch ihre Angehörigen. Zum Beispiel die gefürchteten „jungen Männer“, die bestimmt nicht im wackeligen Schlauchboot nachts übers Mittelmeer und tausende von Kilometern über den Balkan bis hierher gekommen sind, um demnächst Frau Nießen zu belästigen. Die so wenig Nießen heißt wie Ahmed oder Abdullah ihr vermutlich etwas antun wollen und werden.

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2 Kommentare zu “Wer hat Angst vorm fremden Mann?

  1. Günter Ronowski sagt:

    Aufgrund der Altersproblematik unserer Gesellschaft, gibt es sehr verschiedene „Migrations-Perspektiven“. Der Erlebenshorizont einer überalternden Gesellschaft ist biologisch begrenzt und löst dabei sehr oft, diffuse Zukunfts-Ängste beim Einzelnen aus. Erlebe ich diese gesellschaftlichen Veränderungen noch als „Gesunder“ und wie lange, kann ich noch meinen Einfluß geltend machen?
    Eine junger Mensch sagt sich, ich habe noch einige Jahrzehnte vor mir und deswegen versuche ich mitzugestalten oder die Veränderungen einfach abzuwarten – Bedenken verlieren durch die längere, biologische „Restlaufzeit“, mehr oder weniger an Relevanz.

    Dies war der bescheidene Versuch, einer „objektiven“ Ursachendefinition.

    freundlichst
    Günter Ronowski

    • killesberger sagt:

      Danke für Ihren Kommentar, Herr Ronowski. Sicher ist Ihre Bewertung des Zusammenhangs zwischen Alter und Sicht dieses Themas zutreffend. Dennoch gibt es natürlich auch Junge mit Vorbehalten und Vorurteilen und Ältere mit Optimismus und Toleranz. Bleibt zu hoffen, dass sich aus all dem eine gewisse Ausgewogenheit herausbildet. Freundliche Grüße: Hans H. Greuter

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