Aus der Traum?

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17. Oktober 2015 von killesberger

HHG17101500Es war ein Traum, wurde plötzlich durch viel Popularität ein wenig Alptraum und endet jetzt mit dem planmäßigen Erwachen. Der Sommer ist vorbei; für das „Kollektiv44“ damit auch die Zeit im Bolz-Haus und das idealistische Experiment vom harmonischen Miteinander einer Gruppe Studierender und ihrer Freunde.

DER KILLESBERGER, der nach seinem Erstbesuch im früheren Wohnhaus des von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfers Eugen Bolz am 19. Juli 2015 das Thema angestoßen und zum Beispiel die STUTTGARTER NACHRICHTEN zu einer Reihe von Veröffentlichungen bewegt hat, war auf Einladung der Bewohner noch einmal da.

Der Himmel über dem Killesberg ist herbstlich grau, hier im Haus Am Kriegsbergturm 44 ist die Stimmung fast vorweihnachtlich fröhlich: Kerzenschein, gemütliche Sitzecken, freundlich lächelnde junge Menschen, zwei gewaltige friedliche Hunde (zumindest, wenn der eine auf der Terrasse steht, der andere auf dem Sofa sitzt), dazwischen Schlagzeug-Stakkato und Gitarrenklang (gleich spielt die Band) und – wie beim Erstbesuch – Peter und Rafael, zwei der 20 Noch-Bewohner des Hauses. Die gute Nachricht: Sie sind immer noch optimistisch, den Geist des Hauses und seines früheren Bewohners Eugen Bolz weitertragen zu können. Die schlechte: Sie müssen nach einem Monat Vertragsverlängerung zum 30.11. ausziehen. Das zumindest wurde mit dem Hausbesitzer, dem Wohnbaustudio, vereinbart. Inzwischen hat die idealistische Studentengruppe als „Kollektiv44“ einen Verein gegründet und hofft, dass ihre Vorstellungen zu einer späteren Nutzung des Hauses als „lebendige Gedenkstätte“ wirksame öffentliche Unterstützung und Förderer finden. Aber das ist Zukunft. Wenn auch schon ab 1. Dezember, denn spätestens dann stellt sich für die 20 Studierenden die Frage, wo sie künftig wohnen werden. In einer Zeit, in der diese Frage auch sehr viele Flüchtlinge und nicht wenige Erstsemester-Studis bewegt.

An diesem Samstagnachmittag bewegen sich erst einmal zahlreiche Besucherinnen und Besucher durch die weitläufige Bolz-Villa, genießen die angebotenen Snacks und Drinks oder die Kunstobjekte im Obergeschoss. Hier präsentieren drei der Bolz-Bewohner (Studierende an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste) ihre Objekte: Rebecca aus San Diego/Kalifornien erläutert in nahezu perfektem Deutsch ihre konservierten Fundstücke aus dem Haus; Helen, ihre Kommilitonin in Schwarz, demonstriert im Haus gefundenes Brennholz, das dem Raum Wärme gibt. Die spürt der Besucher überall im Haus. Bis der kalt-graue Vorabend wieder daran erinnert, das sich der Traum des Kollektivs wohl dem Ende nähert. http://www.kollektiv44.org

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