Offener Brief an Eugen Bolz

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26. August 2015 von killesberger

Bolz19071500Sehr geehrter Herr Bolz,

Ihr Name ist – besonders in Stuttgart und Württemberg – verbunden mit tiefem Glauben und aktivem Widerstand. Sie wurden dafür vor 70 Jahren ermordet. Ihr Name und Ihre mutigen Taten aber leben bis heute weiter. In Geschichtsbüchern, an Schuleingängen und auf Straßenschildern, Mahnmalen und Gedenktafeln. Und einem Haus in der Straße Am Kriegsbergturm 44, Ihrem ehemaligen Wohnhaus.

Das hat nach vielen Jahren unterschiedlicher Nutzung ein Stuttgarter Wohnbauunternehmen erworben und günstig an eine Gruppe Studierender vermietet. Die haben sich dort häuslich, friedlich und freundschaftlich niedergelassen, in kleinen Eigenpublikationen Ihrer gedacht und die Nachbarn darüber informiert. Als Vater zweier ehemals studierender „Kinder“ war ich vom Denken und Handeln dieser jungen Leute ebenso begeistert wie viele meiner Killesberg-Nachbarn.

Als Schreiber dieses Blogs habe ich am 19. 7. 2015 darüber berichtet. Was einen der Interimsmieter Ihres Hauses schon am Tag danach dazu brachte, mich zu bitten, nichts gegen den jetzigen Besitzer Ihres ehemaligen Wohnhauses zu schreiben, weil man sonst wohl mit der Kündigung des Mietverhältnisses rechnen müsse. Gegen meine innere Überzeugung und im Denken an Artikel 5 unseres Grundgesetzes habe ich diesem Wunsch dennoch im Sinne der jungen Bewohner entsprochen. Am 22. 8. 2015 hat Jan Sellner, Lokalchef der STUTTGARTER NACHRICHTEN, das Thema in einem großen Artikel dargestellt und einen Leitartikel dazu geschrieben.

Heute jedoch, sehr geehrter Herr Bolz, erfahre ich telefonisch von einem der in Ihrem früheren Haus lebenden jungen Menschen, dass der Vermieter ihnen zum 31. 10. 2015 gekündigt habe. Angeblich müsse man vier Mitarbeiter entlassen, wenn die Pläne des Wohnbauunternehmens nicht realisiert werden könnten. Die Pläne, das heißt: Ihr Haus soll abgerissen und dafür ein Haus mit noblen Eigentumswohnungen errichtet werden. Die derzeitigen jungen Bewohner, viele Nachbarn, Jan Sellner und ich hätten es sehr viel lieber gesehen, man hätte das Haus restauriert und renoviert. Und als Eugen-Bolz-Haus einer gemeinschaftlichen Nutzung aus Gedenk-, Seminar-, Begegnungs- und Wohnräumen zugeführt.

Warum ich Ihnen das alles schreibe, obwohl Sie doch seit 70 Jahren tot sind? Weil ich meine, dass Sie sowohl im christlichen Sinne als auch mit dem Mut, Widerstand gegen Willkür zu setzen, auf unserer Seite wären: bewahren statt Bagger. Hätten Sie nicht auch dafür plädiert? fragt

DER KILLESBERGER

www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.denkmalstaette-in-stuttgart-bolz-villa-soll-gerettet-werden.d76af50c-3972-4435-a1fd-8d00130b442d.html

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