Danke, liebe Schwaben!

1

9. August 2013 von killesberger

Die kleine Reihe schwäbischer Sommerloch-Geschichten ist jetzt nach 30 Episoden zu Ende. Alles ist wahr, wenig wurde aus Rücksicht auf die betroffenen Personen etwas verkürzt oder verändert, längst nicht alles ist und wird erzählt. Aus rechtlichen Gründen wie aus Diskretion. Doch jetzt ist Zeit für ein kleines Resümee.

Fünf Tage vor Heiligabend 1983 kam ich mit Frau und zwei Kindern von damals 3 1/2 Jahren beziehungsweise 9 Monaten aus beruflichen Gründen nach Stuttgart. In eine neubaufeuchte, unbeheizte Luxuswohnung mit 60 qm Terrasse, aber ohne Kücheneinrichtung; auf eine Baustelle namens Terrassenwohnanlage im Herdweg 94. Trotz Tannenbaum vom Stand an der Doggenburg, elektrischer Eisenbahn aus der Umzugskiste, Geschenken und Weihnachtsmenü kann ich seit Weihnachten 1983 die Situation von Josef, Maria und dem Jesulein in der Krippe gut nachvollziehen – von „O du fröhliche“ keine Spur. Was sich auch im ersten halben Jahr 1984 bei Leonhardt & Kern im Herdweg 64 nicht sehr verbesserte: Merkwürdige Menschen und Gebräuche, merkwürdige Sprache, merkwürdige enge Stadt. Trotzdem: mindestens drei Jahre wollte ich bleiben. Denn auch in Hamburg gibt’s so’ne und solche.

Ich blieb 19 1/2 Jahre bei der Agentur und habe nur die letzten ohne Günter Leonhardt und Wilhelm Kern ein wenig bereut. Demnächst bin ich 30 Jahre Stuttgarter. Wie meine Frau. Im Sonnigen Winkel haben unsere Kinder das ABC und mehr gelernt, im Eberhard-Ludwigs-Gymnasium ihr Abi gemacht. Und ich bei L&K Karriere bis zum Geht-nicht-mehr. Nicht nur für das habe ich zu danken. Sondern weit mehr nahezu all den vielen schwäbischen Kolleginnen und Kollegen dieser langen Zeit: Bruno, Franz, Waldi, Anja K. und Anja B. … Stuttgarter Fotografen wie Rolf Herkner, Dietmar Henneka, Steffen Jahn, Frank Orel, Rico Panetta, die für mich mehr waren und sind als erstklassige Fotografen: erstklassige Menschen. Und selbstverständlich Dank unseren damaligen Kunden, besonders den schwäbischen, die nicht weniger Sprach- und andere Probleme mit mir hatten wie ich mit ihnen. Und trotzdem geduldig waren. (Die nichtschwäbischen Kolleginnen und Kollegen – von Beate bis Tatjana, Christoph bis Markus … – die Partner und die Kunden mögen mir vergeben, dass sie hier nicht vorkommen. Sie waren und sind mir ebenso lieb und wichtig, aber: ’s isch wie’s isch!).

Dank auch den nicht mehr zählbaren Schwäbinnen und Schwaben, die wir in dreißig Jahren als sehr gute Nachbarn, als Partner und Freunde oder alltägliche Bezugspersonen kennen lernen durften. An euren Dialekt haben wir uns gewöhnt, an eure früher befremdend wirkenden Eigenheiten wie an eure vielen Vorzüge: eure Zuverlässigkeit, eure Beständigkeit, eure Sparsamkeit, eure Treue. Und eure Toleranz gegenüber Menschen wie uns, die noch nicht mal eure Sprache können, aber dann Geschichten darüber schreiben. Danke, euch, Ihnen allen. Und Ihnen fürs Lesen.

DER KILLESBERGER

Ein Kommentar zu “Danke, liebe Schwaben!

  1. ROSA sagt:

    Danke, lieber KILLESBERGER, für die amüsanten und kurzweiligen Geschichten. Das „Sommerloch“ ist wie im Fluge vergangen, ich bin überrascht, dass es 30 Geschichten waren. Es ist jammerschade, dass mein tägliches kleines Amüsement hier nun zu Ende sein soll. Aber es gäbe doch sicherlich noch viele andere kleine Anekdoten, die sich außerhalb von L&K zugetragen haben, oder? Ich gebe die Hoffnung auf eine Fortsetzung (noch) nicht auf…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Freundeskreis Killesberg

Was wann geschah…

August 2013
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  
%d Bloggern gefällt das: